Akustikgenuss in Kirchengemäuern

 

Akustikgenuss in Kirchengemäuern

 

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Marco Schmedtje und Jan Plewka | Photo: (c) Christina Angrabeit

 

Stade. Mitte März fand das dritte Hanse Song Festival in Stade statt. Unter den fünf auswählbaren Auftrittsorten war unter anderem die St. Wilhadi Kirche darunter. Beim Eintreten der Location merkte man früh, dass es schon recht kalt war, also behielt man besser seinen Mantel oder Jacke an.

Das Programm startete früh mit dem schwedischen Sänger und Songwriter Christian Kjellvander (ausgesprochen: Schjellwander), der seinen Gitarristen als Unterstützung mit dabei hatte. Seine Songs zeichnen sich nicht gerade durch Lautstärke aus, sondern durch die Ruhe, die diese ausstrahlt. Wer auf die Klänge von Townes Van Zandt, Leonard Cohen, Bill Callahan, Jeff Buckley oder die Tindersticks steht, der ärgert sich nun wahrscheinlich sehr, wenn er nicht dabei gewesen ist.

Als nächstes kam das deutsche Duo Jan Plewka (Selig) & Marco Schmedtje auf die Bühne. Beide spielten und sangen Rio Reiser-Songs, z.B. „Mein Name ist Mensch“ und „Junimond“, Lieder aus Marco Schmedtjes aktueller Platte „Schöne Geister“ und die Simon & Garfunkel-Klassiker „Mrs. Robinson“ und „The Boxer“. Besonderes Highlight war die Zugabe, eine Interpretation des Songs „Sealed with a kiss“, im Original von The Four Voices 1960 veröffentlicht und gesungen und drei Jahre später vom US-amerikanischen Sänger Brian Hyland zum Hit gemacht. Die bekannteste Version dürfte aber wohl die von Jason Donovan aus dem Jahre 1989 sein. In der Fassung von Plewka/Schmedtje war es in Stade eine Bühnenpremiere, wie Plewka anmerkte. Das Publikum tobte und klatschte.

Der Hauptact des Hanse Song Festivals war der irländische Folksänger Luka Bloom (mit bürgerlichem Namen Barry Moore), der eine Stunde später in der St. Wilhadi Kirche sein Programm vorstellte. Seinen Künstlernamen hat Bloom durch den größten Hit von Suzanne Vega erhalten. Der in Newbridge, County Kildare, geborene Sänger ist schon seit 1969 – anfangs noch als Barry Moore, nach seiner Übersiedlung in die USA ab 1988 als Luka Bloom – stetig auf Tour und begeistert mit seinen herzzerreißenden Balladen die Menschen auf der ganzen Welt. Alle fieberten seiner Version des U2-Songs „Bad“ entgegen, und das Publikum wurde nicht enttäuscht.

Es war ein besonderes Erlebnis alle Songs in einem solchen Ambiente genießen zu dürfen. Der Sound kam in der Kirchenhalle sehr gut rüber. Einziges Manko war, dass viele Besucher bei den einzelnen Auftritten dazwischen redeten und man dadurch von der Show kaum noch etwas mitbekam.

(c) Christina Angrabeit

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